Bilanz zum Internationalen Jahr der Chemie in Deutschland

Gemeinsame Kommunikation zahlt sich aus

Als Wissenschaft und Industriezweig hat die Chemie für die heutige Lebensqualität der Menschen und ihre künftigen Lebensbedingungen eine immense Bedeutung. Darauf sollte das Internationale Jahr der Chemie, das die UN für 2011 ausgerufen hatte, weltweit aufmerksam machen. In Deutschland hat man diesen Anlass konsequent und erfolgreich genutzt. Dafür sprechen viele Zahlen und Fakten.

Unternehmen, Verbände, Hochschulen und Forschungseinrichtungen haben 2011 mit einer Vielzahl von Aktionen und Veranstaltungen unterstrichen, wie wichtig die Chemie für unser tägliches Leben und die Wirtschaft in unserem Lande ist. Nach Schätzung des VCI haben in Deutschland weit über eine Million Menschen die rund 240 Veranstaltungen – zum Beispiel Ausstellungen, Tage der offenen Tür oder Experimentalvorträge – zur Chemie besucht. Das Erfolgsgeheimnis für diesen großen Zuspruch: In Deutschland begann die Koordination zwischen Wissenschaft und Industrie für die Planung solcher Events frühzeitig und unter Einbeziehung aller Mitwirkenden. Das wurde bei der Eröffnung des Internationalen Jahres durch die Bundeskanzlerin in Berlin deutlich. Erstmals präsentierten sich die neun Chemieorganisationen unter einem gemeinsamen Dach. Auch beim bundesweiten Tag der offenen Tür war der Mobilisierungsgrad in der Chemie hoch: Rund 240 Unternehmen und 40 Hochschulinstitute beteiligten sich daran.

Schüler als wichtige Zielgruppe

Ein zentrales Anliegen des Aktionsjahres war es, jungen Menschen die Chancen und Möglichkeiten nahezubringen, die in der Welt der Moleküle und Formeln stecken. Deshalb waren viele Aktivitäten auf diese Zielgruppe ausgerichtet. Zu den Highlights zählt der Wettbewerb „H2O – mach’s bunt!”, an dem sich exakt 1.001 Schulen mit über 10.000 Schülern beteiligten. Die Resonanz und die Qualität der Beiträge zeigten, dass die Schüler mit großem Eifer, aber auch mit jeder Menge Spaß bei der Sache waren. Das bestätigten viele Lehrer. Als Besuchermagnet erwies sich zudem die Ideen-Expo in Hannover. In neun Tagen nahmen über 26.000 Personen – vorwiegend Schulklassen – an Workshops und Vorträgen auf dem 200 Quadratmeter großen Gemeinschaftsstand von 13 Chemieunternehmen teil. Über hundert Auszubildende waren täglich als Stand­personal aktiv, um den Ansturm zu bewältigen. Viele weitere Veranstaltungen im ganzen Bundesgebiet, so etwa die Schülertage der Chemie in Bayern, der Wissenschaftsmarkt in Rheinland-Pfalz oder spezielle Fortbildungsveranstaltungen für Lehrer in Hessen, rundeten das Angebot für Schulen ab.

Und die Resonanz der Medien?

Es stellt sich die Frage, ob auch die Medien dieses Aktivitätslevel wahrgenommen haben. Die vom VCI dazu erhobenen Zahlen sollen für sich sprechen: Bislang zählte der VCI annähernd 600 Beiträge in der Presse im Zusammenhang mit dem Internationalen Jahr der Chemie. Die Gesamtauflage für diesen Abdruck summiert sich auf rund 40 Millionen; gut drei Viertel der Berichterstattung entfiel auf lokale und regionale Zeitungen; 10 Prozent der Berichte wurden in der überregionalen Presse veröffentlicht, 14 Prozent sind der Fachpresse zuzuordnen. In Fernsehen und Hörfunk wurden 60 Beiträge mit einer Reichweite von über 70 Millionen Zuhörern bzw. Zuschauern ausgestrahlt.