Neuer Tarifvertrag setzt deutliches Zeichen für Ausbildung in der Chemie

20.09.2018 - Die Chemie-Arbeitgeber und die IG BCE haben heute eine Einigung im Tarifkonflikt erzielt und eine Erhöhung der Entgelte um 3,6 Prozent vereinbart. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags beträgt 15 Monate. Die ersten beiden Monate der Laufzeit werden mit einem Pauschalbetrag von 280 Euro (Auszubildende: 80 Euro) vergütet, der aus wirtschaftlichen Gründen wegfallen kann. Das tarifliche Urlaubsgeld wird von 614 Euro auf 1.200 Euro jährlich angehoben.

Eine Ausbildung in der Chemie wird durch den neuen Tarifvertrag deutlich attraktiver als bisher. Die Ausbildungsvergütungen werden überproportional erhöht. Auszubildende in den ersten beiden Lehrjahren erhalten neun Prozent mehr Geld, in den Lehrjahren drei und vier sind es sechs Prozent mehr. Das Urlaubsgeld für Azubis wird von 450 Euro auf 700 Euro angehoben. Zudem erhalten Auszubildende vor der Abschlussprüfung zwei Tage bezahlte Freistellung zur Prüfungsvorbereitung. Die Entgeltsteigerung gilt in den Tarifbezirken Hamburg, Schleswig-Holstein und Niedersachsen ab 1. November 2018.

Der neue Tarifvertrag bietet die Möglichkeiten zur betrieblichen Differenzierung. Unternehmen in besonderen wirtschaftlichen Schwierigkeiten (mit Verlust im abgelaufenen/laufenden Geschäftsjahr oder Nettoumsatzrendite unter drei Prozent) können die Pauschalzahlung für die ersten beiden Monate der Laufzeit wegfallen lassen. Diese zusätzliche betriebliche Flexibilität trägt der differenzierten Situation innerhalb der Branche Rechnung.

Um den Herausforderungen der Digitalisierung und des demografischen Wandels zu begegnen, nehmen BAVC und IG BCE unverzüglich Gespräche über die Modernisierung der Arbeitsbedingungen auf. Themen sind dabei das Arbeitsvolumen, Arbeitszeitsouveränität, mobiles Arbeiten, Qualifizierung und lebensphasenorientierte Arbeitszeit. Gemeinsames Ziel der Chemie-Tarifpartner ist, die Chancen der modernen Arbeitswelt besser zu nutzen und so mehr Flexibilität für beide Seiten zu ermöglichen. Die Gespräche sollen bis zum Ende der Laufzeit des neuen Tarifvertrages Ergebnisse liefern.

Der neue Tarifabschluss gilt in Norddeutschland für über 65.000 Beschäftigte in 300 Unternehmen und bundesweit für 580.000 Beschäftigte in 1.900 Betrieben der deutschen Chemie- und Pharmaindustrie.

 

Pressemitteilung BAVC